Ich war Teil von was ganz Großem. Dem Worldrun 2017

Am Sonntag war der Wings For Life Worldrun 2017 und ich war mit dabei. Für mich war es das bisher größte Event an dem ich teilgenommen habe. Ich kann euch aber schon jetzt sagen, es war ein tolles Erlebnis, das ich gerne wiederholen möchte.

Vorbereitung muss sein

Startnummernausgabe für den WorldrunZur Vorbereitung auf einen solchen Lauf gehört mich nur das Training, sonder auch das Abholen der Startnummer und des Goodiebags. Wie bei allen großen Veranstalungen findet das am schon am Vortag statt. Wir haben es mit einem kleinen Shopping-Ausflug nach Wien kombiniert. Die Mädels waren stöbern und ich bin weiter zur Uni gefahren.

Die Ausgabe dort war top organisiert. Viele Ausgabestellen für die Startnummern. Jede davon mit einer überschaubaren Anzahl an Teilnehmern. Vor mir waren gerade einmal zwei Leute. Mit seiner Startnummer konnte man sich das T-Shirt und das Goodie-Bag holen und schon war man fertig.

GoodiebagIm Goodie-Bag waren neben Info-Zetteln eine Flasche Wasser, eine Flasche Iso-Drink, ein WFL-Worldrun Multifunktinstuch und eine Alu-Decke, die man doch bitte beim Lauf mitnehmen soll.
Bevor ich mich wieder mit meiner Familie getroffen habe, bin ich noch über den Rathausplatz gegangen. Dort waren die letzten Vorbereitungen für das Showprogramm und die ersten Interviews im Gange. Auch die „Ziellinie“, aka Catcher-Cars, konnte man sich anschauen.

Am Weg zum Start

EventareaDie allerletzten Vorbereitungen waren am Vormittag noch notwendig. Checken des Wetterberichts, Auswahl der Laufkleidung, Tapen der Ferse und auf den Weg nach Wien machen.

Ein paar Sachen, wie ein Handtuch, Reserve-Leiberl usw. habe ich im Kleidersackerl abgegeben. Danach bin ich noch über den Rathausplatz spaziert und in die Richtung von meinem Startblock gegangen. Eigentlich habe ich auf grund meiner Zeit mit dem Startblock 2 gerechnet. Ich wurde aber dem Block 3 zugeteilt.

Get Ready

im Startblock zum WorldrunIm Startblock habe ich die letzte halbe Stunde mit der Videowall auf den offiziellen Start gewartet. Die Zeit wurde mit (Promi-)Interviews von der Startlinie, der Weitergabe des WFL-Banners über die Köpfe der Starter und einem Aufwärmprogramm mit einem Vorturner gefüllt.

Los geht’s auf die ersten Kilometer

Punkt 13 Uhr Ortszeit ging es los. Das Wetter war trocken und fast schon etwas zu warm, aber nimmt was kommt. Ich habe es erst knappe 5 Minuten später über die Startlinie geschafft. Aber es gab keinen Druck von hinten. Es ging alle sehr diszipliniert zu.

Die ersten km waren etwas mühsam, weil es natürlich einiges an Zeit benötigt bis sich die Menschenmasse aufgeteilt hat. Was mir aufgefallen ist, waren Leute die mit einer Startnummer für den Block 4, die ich überholte. Zum Teil mit Selfie-Stick. Scheinbar haben es da ein paar nicht sooo genau genommen mit der Zuteilung. Das merk ich mir fürs nächste Jahr.

Nichts desto trotz ging es dahin. Man mußte zwar auf die Leute rundherum auf passen und auf so manche Drängler.

Die Strecke führte vom Rathaus über den Ring zum Schwedenplatz. Von dort weiter bis zur Urania und wieder auf den Ring. Kurz vorm Schwarzenbergplatz haben wir Marcel Hirscher überholt, der mit einem Rollstuhlfahrer unterwegs war. Bei der Oper ging es dann links auf die Linke Wienzeile.

Nach genau dieser Kurve, auf Höhe vom Leberkas Pepi, war die erste Verpflegung aufgebaut. Gestärkt ging es weiter am Naschmarkt entlang und man hatte schon ca. 5 km hinter sich.

Dann ging’s bergauf

Catcher CarsDie Linke Wienzeile ist von einigen Kurven gekennzeichnet und als wir uns dort hinauf kämpften, machte sich das Catcher-Car auf den Weg. Am Gürtel ging die Strecke nach rechts weiter. Dort war die Steigung zum höchsten Punkt der Strecke. Dazu gab es noch etwas Gegenwind. Es ging bergauf bis zur Mariahilfer Straße und von dort dann hinunter zum Ring und schon waren es 10 km die wir hinter uns gebracht haben. In der Mitte der Mariahilfer Straße war eine weitere Verpflegung.

Ab in den Neunten

Als wir am Rathausplatz vorbei kamen sahen wir auf der Videowall, dass in München ein Unwetter nieder ging. Uns wurde vom Platzsprecher ein trockenes Wetter angekündigt. Weiter ging die Strecke in Richtung Börse und bei der Polizeidirektion bogen wir in die Lichtensteingasse ab. Gegen Ende des Lichtensteinstraße fing es dann plötzlich an stark zu regnen und es kühlte rasch ab. Aber wir sind nicht aus Zucker und es ging weiter am Franz-Josefs-Bahnhof vorbei auf die Lände, wo auch wieder eine Verpflegung war, und weiter zum Schwedenplatz. Auf Höhe der Salztorbrücke war die 15 km Marke erreicht.

Schlusssprint

mein EndeEin Blick auf die Uhr, ein Blick auf die km-Tafel, man kennt sich selbst, man weiß die Ziellinie kommt von hinten näher und man fängt an zu rechnen ob sich das persönliche Ziel ausgeht. Das Feld ist schon recht locker. Der Blick durch die nasse Brille verschwommen. Nass ist man eh schon bis auf die Haut. Man läuft nur noch.

Vom Schwedenplatz geht es diesmal an der Urania vorbei und weiter nach Erdberg. Bei der Franzensbrücke habe ich eine Gehsteigkante übersehen und konnte einen Sturz noch verhindern. Kurz danach wurde das Läuferfeld schon an die rechte Straßenseite dirigiert. Das war ein untrügerisches Zeichen, dass das Catcher-Car bald kommen wird. In der Gruppe machte sich aber keine Panik und Aufregung breit. Bald darauf hörten wir schon das Hupen hinter uns und auf Höhe der Firma Henkel, kurz vor der Post-Zentrale, war es dann so weit. Das Catcher-Car fuhr an uns vorbei und wir waren mit 17,74 km in der Ergebnisliste.

Die Stimmung auf und neben der Strecke

Zu jedem Zeitpunkt war eine positive Stimmung. Sowohl im Teilnehmerfeld als auch entlang der Strecke.

Egal auf welchem Abschnitt, Es standen immer Leute an der Seite, die applaudierten und uns anfeuerten. Entlang des Rings, beim Naschmarkt und in der Mariahilfer Straße waren es mehr. Aber am Gürtel, im Neunten und auch in Erdberg als heftig regnete waren Leute da die und anfeuerten. Auf der Linken Wienzeile hat sich sogar eine Trommelgruppe auf einen Balkon gestellt und musiziert.

Nach dem Rennen gab es ein kollektives Abklatschen und Gratulationen innerhalb der Laufgruppe. Es war ein tolles Gemeinschaftsgefühl.

Zurück zum Start vom Worldrun

Für den Rücktransport zum Startgelände sorgte die U-Bahn. Wir suchten die nächstgelegene U3-Station und auf den Stiegen hinunter merkten wir die km die wir in den Beinen hatten. Die U-Bahn Garnitur war dann recht dampfig. Am Stubentor hat eine Mutter mit ihren Kindern die U-Bahn verlassen und sich beim Aussteigen mit der Hand vor der Nase gefächert. Wir wissen nicht warum. In der Herrengasse verweigerten wir den Aufzug und nahmen wieder die Treppen. Am Minoritenplatz wurden wir von strahlendem Sonnenschein empfangen. Wie wenn vorher nicht gewesen wäre.

Am Rathausplatz holte ich mir dann die Finisher-Medaille und mein Kleidersackerl ab und war glücklich. Am Heimweg gab’s als spätes Mittagessen noch einen Burger. Wenn man sich beim Heimfahren im Zug umgesehen hat, merkte man dass man Teil etwas ganz Großem war.

Was blieb unterm Strich

am Ende blieb die UhrEin absolut tolles Erlebnis. Es lässt sich schwer beschreieben, die Eindrücke und alles waren fantastisch. Es schreit für mich nach einer Wiederholung.

Auch mein nächstes Ziel ist jetzt so gut wie fix. Für mich war der Wings For Life Worldrun eine Art Standortbestimmung. Ich liebäugl seit dem letzten Herbst mit dem Halbmarathon in der Wachau und bin mir jetzt sicher, dass ich mich dort anmelden werde.

Rein von der Statistik bin ich die einzelnen 5 km-Abschnitte immer schneller geworden. Was sicher auch mit dem locker werdendem Läuferfeld zusammen hängt.

Wie gesagt: Es war einfach GEIL!