Quick, quo vadis?

Quick NFCJeder Besitzer einer österreichischen Bankomatkarte hat eine Quick-Börse bei sich. Fast jeder hat das Logo schon einmal gesehen. Nur wenige kennen Eckdaten. Ein aufgeladenes Quick-Guthaben haben vermutlich noch weniger.

Was hat es eigentlich mit Quick auf sich? Wohin wird es die Zukunft führen? Ich bin hier absolut kein Insider. Ich habe damit immer wieder beruflich zu tun und auch privat hat es mich interessiert. Ich kenne die Thematik und ich habe mich auch etwas damit auseinender gesetzt. Ich habe aber auch ein paar Einblicke in andere Teilbereiche rund um Quick bekommen. Jetzt zähle ich 1+1 zusammen und mache mir meine eigenen Gedanken zu dem Thema. 

Mit Bankomat kann ich überall zahlen, mit Quick nicht.

Die elektronische Geldbörse ist eine Alleinstellungsmerkmal der Paylife Bank GmbH. Man kann nur bei Unternehmen zahlen, die Kunden von Paylife sind. Bei der Supermarkt-Kette Spar kann man nicht mit Quick-Zahlen, da er das Clearing, die Abrechnung, der Kartenzahlungen über Card Complete abwickelt. Aber auch bei Kunden von Hobex kann man nicht mit Quick bezahlen.

Totgesagte leben scheinbar länger.

edu.card Musterkarte

Die Akzeptanz der Quick-Karte in der Bevölkerung war nie wirklich groß. Fast jeden den ich bis jetzt gefragt habe, hat nichts auf seiner Quick-Börse aufgeladen. Ich selbst bin ja auch wieder zu einer reinen Nutzung der Bankomatfunktion zurückgekehrt. Die Zahlen an Quick-Karten hören sich gut an, sind aber nicht wirklich repräsentativ.

Vor Jahren wurde auch schon über die Einstellung der Quick-Karten gemunkelt. Ein Rettungsversuch für die Quick-Karte war die Einführung der edu.card. Bei der edu.card handelt es sich um eine Chipkarte, die den bisherigen Schülerausweis ersetzen soll. Diese Karten sind ebenfalls mit einem Quick-Chip ausgestattet. Damit sollen Zahlungen innerhalb der Schule bargeldlos angewickelt werden.

Was kostet es? Wer verdient dabei?

Logo Paylife Bank

Logo Paylife Bank

Die laufenden Kosten sind selbstverständlich auch ein Thema. Sowohl für Unternehmer, die es einsetzen wollen, als auch für die Bundesschulen. Es hat ja keiner wirklich ein Geld und die Banken angeblich noch weniger.

Aber fangen wir einmal auf der Endkunden-Seite an. Wenn man Geld auf seine Quick-Karte aufladet, wird es auf einem Verrechnungskonto der Paylife Bank GmbH zwischen gelagert. Wenn jetzt ein Betreiber zur Paylife Bank kommt und seinen erwirtschafteten Umsatz haben möchte, wir dieser aus diesem Pool ausbezahlt. In der Zwischenzeit liegt dort einiges an „totem Kapital“, das für die Bank arbeitet.

Die Paylife Bank verdient aber nicht nur an dem toten Kapital, sondern auch an Einreichungsentgelten und Disagios. Für einen Unternehmer, der Quick-Only verwendet, kostet eine Einreichung EUR 0,44 pro Terminal. Als Einreichung bezeichnet man die (elektronische) Entnahme der Umsätze und den Transfer auf das definierte Bankkonto. Dazu verlangt die Paylife Bank ein Disagio von 0,5% des Umsatzes.

Bundesschulen, die ihre Quick-Einnahmen über ein Sammelkonto des Bundes abrechnen, steigen etwas günstiger aus. In diesem Fall beträgt das Einreichungsentgeld EUR 0,15 pro Terminal und das Disagio liegt bei 0,34% des Umsatzes.

In den meisten Fällen wird Quick im Bereich von Micropayment, das sind Beräge von EUR 0,01 bis EUR 5,00,  eingesetzt. Dort sind auch die Aufschläge seitens des Händlers eher gering.

Geografische Unterschiede in der Nutzung

Wenn man sich die Verbreitung und Nutzung der Quick Börse ansieht, ist sie angeblich in der Steiermark sehr hoch. Dort hat man einer großen Gruppe einen guten Anwendungsgrund für Quick gegeben. Man hat die Terminals für den Kauf der Kurzpark-Scheine mit der Zahlmöglichkeit Quick erweitert. Bevor jetzt die Autofahrer schauen mussten, ob sie genug Kleingeld dabei haben, haben sie die Quick-Karte gesteckt und ihren Parkschein bezahlt. Das war auch meine erste Berührung mit Quick. In anderen großen Städten wie z.B. Wien war so etwas scheinbar nie ein Thema.

Wie schaut es bei der Paylife Bank aus?

Die Paylife Bank GmbH, vormals Europay Austria, gehörte urspünglich verschiedenen Banken. Diese haben sich im Jahr 2013 allerdings geschlossen aus der Paylife Bank zurückgezogen. Im September 2013 übernahm der schweizer Börsenbetreiber Six die Paylife Bank.

Six war für die Paylife Bank kein Unbekannter. Schon in der Vergangenheit hat man, auch im Quick Bereich, auf Entwicklungen der Six zurückgegriffen. Six hatte in der Schweiz mit CASH ein Gegenstück zu Quickim Einsatz. Im Jahre 2010 wurde die Cashfunktion nicht mehr in die schweizer Bankomatkarten implementiert. Statt dessen gab nur noch Wertkarten. Das CASH-System wurde dann im Dezember 2013 komplett abgeschaltet.

Was bringt die Zukunft?

Wenn ich mir all diese Punkte ansehe, stellt sich für mich die Frage, wie lange sich die Paylife Bank Quick noch leisten will? Six wird CASH in der Schweiz nicht aus Spaß abgeschaltet haben. Damals haben sie auch noch die Entwicklungen an ein anderes (fremdes) Unternehmen verkaufen können.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung wird sicher nicht steigen, da man mit der Bankomatkarte an allen relevanten Stellen zahlen kann. Darüber hinaus haben sich auch schon andere Zahlungssysteme durchgesetzt und Quick überholt. Ein gutes Beispiel sind z.B. gebührenpflichtige Kurzparkzonen. Dort setzt man immer mehr auf Handy-Apps, die mit einer Kreditkarte gekoppelt sein muss.

Auch dieser Schritt ist verständlich. Bevor man in ein recht dichtes Netz von Verkaufsterminals investieren muss, die auch Seitens der Hardware einen gewissen Wartungsaufwand mit sich bringen (z.B. Witterung und Vandalusmus), kauft man eine fertige App-Lizenz und ein paar Handhelds für die Kontrollorgane.

Wie gesagt, ich sehe die Zeit für die Quick-Börse langsam aber doch dahin schwinden.