Alles aussteigen! Dort vorne ist die Grenze.

Gestern wurden die Quasi-Grenzkontrollen an der Österreichischen Ost-Grenze in Form von Fahrzeugüberprüfungen verstärkt. Als diese Meldung durch die Medien ging habe ich mir kurz überlegt, ob das wirklich etwas bringt.

1999 war ich im Zuge meines Präsenzdienstes auch im Assistenzeinsatz an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn. In der Vorbereitung und Ausbildung wurde uns auch etwas über die Praktiken der Schlepper erklärt.

Die Schlepper bringen die Flüchtlinge bis kurz vor die Grenze und geben ihnen eine Richtung an. Wenn sie Glück haben, bekommen sie sogar eine wage Zeichnung der Strecke. Dann gab es einen Treffpunkt auf österreichischer Seite. Wenn sie es bis zu dem Zeitpunkt bis dort hin geschafft haben, ging die Reise weiter. Wer es nicht schaffte, blieb auf der Strecke. Es kam natürlich auch vor, dass der Schlepper in Österreich nicht zum Treffpunkt kam.

Ich schätze, dass der Polizei bei diesen Kontrollen nicht viele Schlepper ins Netz gehen werden. Dafür sind die die Schlepper zu gut organisiert.

Ich hoffe aber, dass diese Überlegungen und Aktionen bald der Geschichte angehören und wieder die Normalität auf der Welt Einzug hält.