die #martinläuft Premiere beim Halbmarathon

Die Wachau rief und tausende Laufwütige kamen zum 20. Wachaumarathon.

Einer von denen war ich. Ich nahm mit vielen anderen den Halbmarathon in Angriff. Und ich muß euch sagen, es war geil.

Aber erst einmal alles der Reihe nach.

Die Anreise

Um 5:45 wurde ich von meinem Radio geweckt. Der erste Weg führte mich zum Handy um das Wetter zu checken. Wie wenn ich daran was ändern könnte. Der Wetterbericht versprach für den Vormittag mehr oder weniger trockenes Wetter.

Ein kleines Frühstück und ein wenig Internet surfen und so gegen 7 Uhr ging es da auch schon los. Ich fuhr mit dem Auto nach Krems um dort um 8 Uhr meinen Schuttle-Bus nach Spitz zum Start zu bekommen. Als in Stockerau am Bahnhof vorbeifuhr, sah ich den Sonderzug nach Krems. Der war aber zum Zeitpunkt meiner Anmeldung leider schon ausgebucht.

In Krems gab es in der Park&Ride-Anlage am Bahnhof noch genügend freie Parkplätze. Schon vor 8 kam der erste Shuttle-Bus und ich ließ mich zum Start bringen. Vom Bus-Parkplatz ging es bei leichtem Regen entlang der Donau zum eigentlichen Start-Gelände.

Pre-Race

Was macht man, wenn man über 1,5 Stunden Zeit hat bis zum Start? Man wartet unter einem Dach bis der Regen leichter wird und beschäftigt sich mit den kleinen Vorbereitungen. Startnummer und Zeitmess-Chip anbringen. Die notwendigen Kleidungsgegenstände nochmals durchsuchen und zurechtlegen. Dabei hat man aber immer wieder die „Kontroll-Lacke“ am Parkplatz im Auge.

Dann macht man noch einen Spaziergang, damit die Muskeln bei ca. 11° auch schon etwas bewegt werden. Dann gibt’s noch hier ein Foto, da eine Nachricht an die Mädels daheim oder eine kurzes Update in den sozialen Netzwerken. Leider fing es immer wieder zu Regnen an.

Die Leute im Startbereich werden auch immer mehr und es macht sich schon etwas Rennstimmung breit. Um 9 Uhr haben der Platzsprecher und der DJ ihr Unterhaltungs- und Informationsprogramm gestartet. Man merkte, dass es jetzt ernst wurde. Die Wettkampfkleidung wurde unter dem Regenschutz angezogen. Die Kleidersäcke wurden abgegeben und man suchte sich einen passenden Platz in der Startaufstellung.

Der Start

Kurz vor 10 Uhr kreiste ein Hubschrauber über dem Startbereich und das war das Zeichen, dass es bald los geht. Die Menge setzte sich langsam aber doch in Bewegung und teilte sich gut auf, dass man keine Angst haben musst über die Beine von Mitläufern zu stolpern. Zu dem Zeitpunkt hat es aufgehört zu regnen und die Wolken lockerten etwas auf.

Entlang der Strecke

Vom Panorama der Wachau bekam ich leider sehr wenig mit. Einerseits wegen dem Wetter, andererseits war ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Was ich aber mitbekam, waren die Leute die immer wieder entlang der Strecke standen und allen Läufern zugejubelt haben. Egal ob nach dem Start in Spitz oder in den einzelnen Ortschaften es standen immer wieder Leute am Streckenrand, die die Läufer lautstark anfeuerten. Es gab auch Radbegleiter, die immer wieder am Straßenrand auftauchten und ihre Freunde/Familienangehörige anfeuerten.

Die Verpflegungsstellen waren auch sehr gut angeschrieben und in dem Bereich in dem ich lief kam es nie zu einem Gedränge. Auf der ersten Hälfte habe ich immer wieder zu Wasser gegriffen. Aber beim Versorgungspunkt zur Halbzeit des Rennens habe ich mich beim Trinken verschluckt, dass ich auf weitere Versorgungen verzichtet habe, was auf Grund des Wetters auch nicht so schlimm war.

Mein Rennen

Das Überholen von langsamen Läufern und Walkern, die sich im Block 1 eingereiht haben gab es hier, im Vergleich zum Worldrun, nicht. Es reihte sich fast jeder entsprechend seiner Leistung richtig ein.

Ich habe nach dem Start sehr rasch mein Tempo gefunden und den Rhythmus sehr gut beibehalten und auch steigern können. Die nassen Schuhe, man kann ja nicht jeder Lacke ausweichen, waren am Anfang etwas störend, aber ab km 2 hatte ich mich daran gewöhnt.

Als Referenz habe ich mir den Wings for Life-Worldrun hergenommen. Auf den ersten 5 km war die Pace schon unter der vom Worldrun und ich war nicht überfordert damit. Ich versuchte so wenig wie möglich auf die Uhr zu schauen und mich eher von meinem inneren Gefühl leiten zu lassen.

Die Schlüsselstellen

Eine Schlüsselstelle war das Tunnel bei Dürnstein. Es stellt auf Grund des Bodenbelags, des Lichts und der abgestandenen Luft einen Rhythmuswechsel dar. Außerdem geht es da ein bisserl bergauf. Zu dem Zeitpunkt habe ich zum ersten Mal meine Beine etwas gespürt.

Die nächste Schlüsselstelle kam gleich darauf. Die „Schleife Dürnstein“. Bis dahin ging es immer gerade aus der Straße entlang. Doch da muss man nach rechts auf eine Haarnadel-Strecke abbiegen. Auch hier ist wieder ein Bruch im Rhythmus festzustellen. aber dann ging es bis Krems wieder gerade aus weiter.

Rund ums Ziel

Die letzten km vom Halbmarathon in Krems waren für mich sehr hart. Nicht unbedingt vom körperlichen, eher vom mentalen. Zuerst nähert man sich dem Ziel von der Rückseite. Man sieht es, aber man muss nach links abbiegen. Es geht um den Stadtpark, in dem sich das Ziel befindet, herum und darf dann nicht, im Gegensatz zu den Teilnehmern des Marathons und des Viertelmarathons, nach rechts ins Ziel abbiegen. Wir mußten nach  links auf deine knapp 2 km lange Schleife durch die Innenstadt von Krems abbiegen. Dafür gabe es einen langen, sehr langen Zieleinlauf auf dem man von vielen Leuten angefeuert wurde, bis man nach 21,1 km endlich im Ziel war.

Mein Resümee

Im Ziel angekommen wurde erst einmal auf die Uhr gedrückt, ohne auch nur einen Blick auf die Zeit zu werfen. Nach dem Überqueren der Ziellinie wurde einem die Finisher-Medaille umgehängt. Mitarbeiter des roten Kreuzes teilten Folien-Decken aus. Nach dem ich wieder zu mir gefunden habe wollte ich meiner Frau Bescheid geben dass ich im Ziel bin und es mir gut geht. Also schnell ein Foto der Uhr per WhatsApp geschickt und da habe ich es erst realisiert, dass mein Rennen voll aufgegangen ist. Handgestoppte 1:52:51 standen da auf der Garmin. Da war mein Glück dann perfekt.

Eingepackt in Alufolie ging es dann in die Ziellabe zu Wasser, Iso-Getränk, Bananen, Müsliriegel und Kuchen. Nach dem ich dann auch wieder voll zu mir gefunden habe, machte ich mich auf die Suche nach meinem Kleidersack, damit ich in was trockenes schlüpfen kann.

Was bleib nach den 21,1 km in unter 2 Stunden? Ein Haufen Emotionen und Eindrücke, die ich erst verarbeiten musste. Die ersten Gedanken im Ziel waren:

Habe fertig! #leidergeil

Mein selbstgestecktes Ziel mit einer Zeit von 1:52 bis 1:55 ist voll aufgegangen. Ich bin mir auch sehr sicher, dass das nicht mein letzter Halbmarathon war.

Das Wetter hat es mit mir auch gut gemeint. Während des ganzen Laufes hat es nicht geregnet. Aber als ich dann umgezogen war, musste ich durch den Regen zum Auto gehen. Aber das war mir danach auch egal. Fotos vom Lauf selber habe ich keine, weil ich mich aufs Laufen konzentriert habe und nicht „zum Spass“ dabei war.