Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht

Ich habe vor einige Wochen festgestellt, dass ich auf meinem Handy manche Videos aus dem orf.at-Angebot nicht nutzen konnte. Bei den Videos erschien immer der Hinweis, dass dieses Video nur für Österreich bestimmt ist. Das war sehr komisch, weil ich in dem Moment daheim auf der Couch lümmelte.

Ein kurzer Check über die Seite utrace.de zeigte, dass sich meine externe IP-Adresse in der Schweiz befindet und zu Google gehört. Die Seite wieistmeineip.at lieferte mir ein anderes Ergebnis.

Nach dem ich beide Internetzugänge bei Drei habe, habe ich mit ihnen Kontakt aufgenommen. Zur Dokumentation habe ich ihnen einiges an Screenshots mitgeschickt. Bei Drei konnte man sich nach einigen Tagen noch immer nicht erklären, was der Auslöser für dieses Problem war. Der Verdacht von ihnen war der Einsatz eines Proxys oder einer VPN.

Ich habe dann auch noch festgestellt, dass der Fehler auch mit dem WLAN im Büro auftritt. Somit war Drei aus dem Schneider. Der Fehler liegt im Bereich des Handys. Am nächsten Tag, ich habe etwas in den Einstellungen vom Chrome-Browser gesucht, fiel mir eine kleine Statistik auf. „Sie haben im Zeitraum X, Y MB an Daten gespart!“

Da machte es klick. Seit langem bietet Chrome eine Daten-Spar-Funktion an. Dabei wird der Datenfluss über einen Google-Server geführt, der die Daten für mobile Endgeräte optimiert. Der Server steht scheinbar in der Schweiz und verursacht dieses Problem mit Geoblocking-Inhalten. Ich habe die Funktion deaktiviert und seit dem kann ich wieder alle Inhalte von orf.at auf der Couch genießen. Google hat es ja nur gut gemeint.