Der Circle

von Dave Eggers.

Es gab sie schon immer. Endzeit-Thriller. War es früher die Angst vor dem Kommunismus, sind es heute andere Ängste, die in den Büchern und Filmen behandelt werden. Heute sind es die Unternehmen, die alle unsere Daten aufsaugen, sammeln und auswerten. Über genau so ein Unternehmen geht es hier in diesem Buch. Es ist Marktführer in allem, was Social Media angeht, eigene Hardware herstellt und das Internet kontrolliert.

Mae bekommt einen Job in diesem Unternehmen, das ganz simpel „Circle“ heißt, und ist ganz auch dem Häuschen. An Anfang kommt sie aber mit der Philosophie noch nicht klar. Sie sieht es als 9-to-5-Job und geht nach der Arbeit nach Hause. Aber sie wird durch viele zusätzliche Angebote genötigt ihr ganzes Leben am Campus, wie das Unternehmens-Gelände genannt wird, zu verbringen. Es kommt mir vor, wie eine Sekte. Über alles Erlebte und Gedachte soll in den sozialen Medien verbreitet und bewertet werden. Bis hin zu „transparenten“ Personen, die ihr ganzes Leben streamen. Aber es soll bei diesem Unternehmen auch noch weiter gehen. Man will unverzichtbar sein und der Kreis, der Circle, soll sich schließen.

Wenn ich mir die Online-Welt so ansehe, und ich bin absolut kein Insider, merke ich schon leichte Tendenzen in diese Richtung. Viele Leute glauben nur noch über diese Kanäle leben zu können. Es dreht sich immer um Klicks, Zahlen, Views, Likes (in jeglicher Form und Bezeichnung) und Rankings. Bis hin zu Leuten, die jeden Schritt mit einer Insta-Story dokumentieren müssen.

Ich habe beim Lesen immer wieder mein eigenes Auftreten auf den sozialen Medien überdacht. Ich mache ja schon so nicht viel, aber so eine kurzes Nachdenken ist nie verkehrt.

Ich bin total fasziniert von dem Buch. Jetzt weiß ich nur nicht, ob ich mir den Film, der am 11. März 2020 auf ORF ausgestrahlt wird, anschauen soll.

ISBN: 978-3-462-04854-4